Einmal ausbrechen

Wenn die Mühlen täglich mahlen und man den Nebenmann, die Nebenfrau, kurz den ‘nebenan’ gar nicht so kennt, dann – ja dann wird es doch mal Zeit die Perspektive zu wechseln. Wie wär’s mal mit ein wenig von dort die Welt anzuschauen, von wo man sie sonst nie sieht? Also gut: ab ins Kanu, einmal “Slowdown” pur, einmal ganz nah an der Natur und an den Anderen sein.

Ja, das war sie – unsere Kanufahrt am 18. und 19. August auf der Lahn von Löhnberg bis nach Villmar über Gräveneck. Wie schön, dass jeder jemanden mitbringen konnte und auch ehemalige Kollegen dabei waren – wo jeder als Mensch gefragt ist mit seiner Familie und seinen Freunden. Und so sind wir alle zusammen in Löhnberg um Mittag gestartet – als Letzte von ca. 250 Personen vor uns, die diese Idee auch cool fanden. Aber wir hatten’s schön, denn wir waren das hintere Ende und wir hatten Zeit.

Ein wenig eng war es nur in der Doppelschleuse in Weilburg, gleich hinter Deutschlands einzigem Schiffahrts-Tunnel. Da ist es zunächst dunkel und wenn man von vielen fröhlichen Jugendlichen umgeben ist, auch laut. Der vermeintliche Stress wurde dann durch eine entsprechende Showeinlage wettgemacht, bei der neben dem Boot auch der Getränkevorrat samt dem musikalischen Geräuschverstärker versanken. Aber alle waren gut drauf, niemandem ist etwas passiert und das Wetter war so fantastisch schön, dass das bisschen Nass als schöne Abkühlung gewertet werden konnte. Im Anschluss haben wir erstmal eine Pause gemacht, um uns zu stärken und die kleinen Fische im Wasser zu beobachten – unter ständigen Bemühungen die Nahrung verletzungsfrei mit den geringelt-gestreiften Besuchern zu teilen.

Das Schöne war: wir hatten Zeit und noch ein paar Schleusen und Strände vor uns und auch Zeit mal zu probieren, wie das mit dem Lenken funktioniert. Nach vier Stunden in der Natur mit Enten, Reihern und Badepausen (Schwimmen mit Schwimmweste ist so cool, einfach auf dem Wasser schweben) war dann endlich der rote Turm von Gräveneck zu sehen. Für die Einen waren es 12 km, für die Anderen bestimmt die dreifache Strecke.

Nun hieß es an Land gehen – gar nicht so einfach, die Boote die steile Treppe hoch zu kriegen, aber kein Problem für so ein cooles
Team wie uns 😉 – den Zeltplatz suchen, die Autos mit den Übernachtungssachen nachholen und Zelte aufbauen. Der Platz war super schön, direkt am Wasser, abseits der Partymeile und nur für uns. Nachdem der Schlafplatz gesichert war, wurde es Zeit sich der gemeinschaftlichen Nahrungsaufnahme zu widmen. Was für eine tolle große Runde mit lauter netten Leuten!

Am nächsten Morgen war unser Ziel wieder um 11:00 Uhr auf dem Wasser zu sein – und das haben wir gerade so geschafft. Die Queshoa Zelte sind
zwar super schnell aufegebaut, aber das Eintüten birgt so manche Herausforderung. Und es hieß Abschied nehmen, von denen die z.B. aus München angereist waren. Weiter ging’s durch noch eine Schleuse und dann endlich auch einmal durch etwas ‘Wildwasser’ – eine Herausforderung, der nicht alle gewachsen waren. Aber der Wettergott war uns auch an diesem Tag wieder hold. Und so wagten sich auch andere noch freiwillig in das kühle Nass. Für den ‘Slowdown’ sorgte eine weitere gemütliche Pause, in der wir uns gestärkt haben. Voller Übermut wollten wir bei der Weiterfahrt etwas von unserer Stärkung an die natürlichen
Bewohnern abgeben, was nur eine mittelprächtig gute Idee ist, wenn der Flußbewohner ein ausgewachsener Schwan ist, dem man dann auf Augenhöhe begegnet! Ich hoffe nur, dass die Bilder wenigstens spektakulär gut geworden sind.

Neben Wasserschlachten, Schwimmen und vom Boot ins Wasser springen, Wettfahrten, Balanceakten auf der Spitze eines Kajaks, dem Staunen über
die schöne Natur – wir haben einen Otter gesehen – und diversen Rettungsaktionen von Riesenheuschrecken, die auf der Hand kitzeln, waren
wir dann auf einmal doch schon angekommen. Es war schön, die Zeit verging so schnell! Alle glücklich und auch etwas müde – war es Zeit herzlich Abschied zu nehmen bis (einhellige Meinung) spätestens nächstes Jahr wieder!

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Published by

Jessica Noock

Marketingassistentin